Den wenigsten ist bekannt, dass es bereits in der Kriegsmarine Minentaucher gab. In den letzten drei Jahren des Zweiten Weltkrieges, als es darum ging verminte Häfen und Schleusenanlagen für den eigenen Schiffsverkehr frei zuräumen, lag die Geburtsstunde des Minentauchers. Geeignetes Tauchpersonal, minentechnisch geschult, stand jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht zur Verfügung. Der technische Lehrgangsleiter der Sperrschule, Korvettenkapitän W. Popp, ist als Initiator der Bestrebung, Minentaucher auszubilden, anzusehen und damit Schöpfer der Minentaucher in der Kriegsmarine.
Er war es, der den Sperrwaffenfähnrichen im Juli 1944 eröffnete, dass sie als erste Crew zu Minentauchern ausgebildet würden. Ausgerüstet wurden die Taucher mit dem Helmtauchgerät DM 20, das einen Einsatz in Wassertiefen bis zu 20m zuließ. Eine amagnetische Version dieses Gerätes lieferte das Drägerwerk in Lübeck Anfang 1945 an die Truppe. 1944 hatte die Kriegsmarine die Häfen Esbjerg, Hirtshals, Thyborön, Frederikshavn und Skagen für den Invasionsfall vermint. Nach der Kapitulation erhielt Korvettenkapitän Popp vom britischen Seekommandanten Nordjütland den Auftrag, diese Minen zu beseitigen. Mit Hilfe von Minentauchern wurde diese Arbeit mit Erfolg durchgeführt. Beachtenswert ist die Tatsache dass es zur damaligen Zeit weder Spezialwerkzeuge noch bekannte Verfahren gab um Minen zu Entschärfen.
Aus einem Zeitzeugenbericht geht hervor dass alle Unterlagen die etwas detaillierter in die Minentauchergeschichte der Kriegsmarine eingehen kurz vor der Kapitulation vernichtet wurden. Herr Professor Doktor Beelte, der während des II. Weltkrieg zum Minentaucher ausgebildet wurde, war maßgeblich an der Beseitigung der Minen in den oben genannten Häfen beteiligt. Er berichtete zu Lebzeiten über seine gemachten Erfahrung während und nach dem Krieg. Er wurde von der Minentauchergemeinschaft zum Minentaucher H. C. ( lat. honoris causa = Ehrenhalber) ernannt.
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